Dienstag, 31. Mai 2005

Zum Arzt nach Galapagos  oder der 11te Tag

Ein Delphin versucht sich als fliegender Fisch

 

Der Spuk war ebenso schnell verschwunden wie er begonnen hatte. Von einer Minute zur anderen legte sich der Wind und statt Sturmfock und zweimal gerefftem Großsegel konnte die NisRanders wieder Vollzeug tragen. Bis die See sich wieder beruhigt hatte dauerte es noch eine Weile und so segelten wir auf einer langen hohen Dünung dahin.

 

Der Tiijer, unser Schiffsdiesel, schläft seit neun Tagen - Rekord für diese Reise. Der Windgenerator erzeugt ausreichend Strom für Beleuchtung, Computer und Musik. Die Solarzellen tragen in diesen Tagen nur wenig zur Energieversorgung bei; es ist meistens bewölkt.

 

Als ich diesen Text schrieb, verletzte sich Daniel an einer Konservendose die Hand. Ein tiefer Schnitt am Handballen, vier Zentimeter lang. Wir überlegten, ob ich die Wunde nähen sollte, entschieden uns aber für die konservative Wundversorgung, sprich, wir klebten ein Pflaster drauf.

Die Wunde ist jetzt gereinigt und desinfiziert. Wundsalbe ist aufgetragen und die Hand ist verbunden. Daniel fällt als Segelkraft aus. Hatten wir uns bis zum heutigen Tage noch nicht ganz entschieden, entschlossen wir jetzt endgültig Galapagos anzulaufen um einen Arzt in der Nähe zu haben falls die Heilung nicht wie erwartet verläuft.

 

Wir peilen Galapagos auf 244°Grad. Immer noch hoch am Wind können wir höchstens 265°Grad anliegen. Noch 235 Meilen oder 435 Kilometer bis zur Insel San Christobal.

 

Morgen überquert die NisRanders den Äquator.